Mensch und Zither
Zitherspieler, Komponisten, Verleger
Mit der Zither haben sich im Laufe der Zeit viele Menschen beschäftigt, sei es als Komponisten, Verleger, Virtuosen oder Instrumentenbauer. In jedem Falle waren es Menschen, und das macht es interessant, sich mit deren Wirken zu befassen.
Biographische Daten
- Eine Liste mit biographischen Daten zu über zweihundert zitherbezogenen Personen. Die Zusammenstellung ist alphabetisch, aber ohne besondere Systematik entstanden. In der Regel erfolgt eine Quellenangabe mit Hinweis auf die Fundstellen.
- Die von Klaus Waldburg in einer Excel-Tabelle zusammengestellte ist mit über sechshundert zur Zither bezogenen Personen noch wesentlich umfangreicher. Diese biographischen Daten sind ein hilfreiches Findemittel.
- Die Lexika von Franz Fiedler sind eine essentialle Quelle für biographische Informationen
- Von Wilhelm Tafelmeyer wurde in der Zeitschrift "Die Volksmusik" in den Jahren 1938 - 1940 die Fortsetzungsreihe Persönlichkeiten aus der Entwicklung der Zither in zwölf Teilen herausgebracht. Auch hier finden sich viele interessante biographische Informationen.
- Im Archiv des Zitherbundes wird eine von Willi Schäffler zusammengestellte Sammlung von Ausschnitten aus Zitherzeitschriften mit biographischem Bezug aufbewahrt. Dieses "Rote Buch" der Biographien ist eine interessante Lektüre.
- Biographische Informationen zu Zitherspielern in der Wikipedia
- Biographische Daten zu Wiener Zither-Spielern liefert Josef Hartmann im Anhang. seiner zweibändigen Schrift "Die Zither in Wien".
Einzel-Biographien
- Kurzbiographie über den Tölzer Josef Christian Fischer von Fritz Stang
- Lebenslauf von Ferdinand Kollmaneck. Ferdinand Kollmaneck würde eine größere Würdigung verdienen, in seinem umfangreichen Werk finden sich viele wertvolle Stücke. Im Bereich des Instrumentenbaus war er sehr einflussreich: neben seinem Einfluß auf die Entwicklung der Reformzither hatte er vor allem maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Basszither und der Quintzither in den 30er Jahren. Dieser Zusammenarbeit mit Adolf Meinel war ebenfalls die erste Zither mit elektrisch-magnetischen Tonabnehmern zu verdanken, die von Kollmaneck als Orchester-Zither bezeichnet wurde.
- Artikel zum 60ten Geburtstag von Lorenz Obermaier (Echo vom Gebirge, 1931)
- August Huber (1845-1918) - Ein Künstlerlebeni (Echo vom Gebirge, 1931)
- Wilhelm Tafelmeyer über Paul Höfle (Echo vom Gebirge, 1918)
- Mit einer sehr informativen Abhandlung erinnert Beni Eisenburg anJosef Bartl aus Dürnbach nahe dem Tegernsee.
- Artikel über Adam Darr (Zither-Signale, 1879)
- In der Zeitschrift Zither-Signale ist 1889 eine interessante Abhandlung über Darr sowie über F. X. Burgstaller erschienen. Dieser Artikel wurde als Teil einer Serie in den Zither-Signalen herausgebracht. Später erscheinen diese Artikel zusammengefasst als Buch unter dem Titel Darstellung der Zither in ihrem Wesen und ihrer Geschichte im Verlag von P. Ed. Hoenes, als Autor wird J. Christ genannt. In Fiedlers Lexikon wird erläutert, dass J.Christ lediglich ein Pseudonym für die Autorenschaft von Paul Rudigier und P.Ed.Hoenes stand.
- Die Lebensskizze eines Zitherkomponisten wurde 1884 in mehreren Fortsetzungen ohne Nennung des Autors veröffentlicht. Aus den Lebensdaten lässt sich aber schlussfolgern, dass es sich um den Schweizer Paul Rudigier handelt. Im Centralblatt wurde 1900 ein interessanter Nachruf abgedruckt. Rudigier ist für die Geschichte der Zither interessant, da er in den sonst ideologisch oft verhärteten Positionen beweglich geblieben war. Anfänglich war er an der Seite P.Ed. Hoenes ein entschiedener Gegner von Baßschlüsselnotation, künstlerischer Zithermusik und, als Ausdruck genau dieser Position, des Centralblattes. Diese Haltung revidierte er aber und versuchte, diese Gräben zu überbrücken.
Werkverzeichnisse
- Bauer, Johann Baptist: Werkverzeichnis
- Burgstaller, Franz Xaver: Werkliste (MuGeMiR)
- Fux, Josef: Programm Selbstverlag
- Haustein, Josef: Werkverzeichnis bis Op. 220
- Holz, Emil: Werkverzeichnis und Biographie
- Killing, Robert: Verzeichnis der Chorwerke
- Ludwig, Hans: Kompositionsverzeichnis bis Op. 165
- Mickenschreiber, Wilhelm Otto: Werkverzeichnis (handschriftlich)
- Mühlhölzl, Fritz: Werkverzeichnis
- Preiter, Arnulf: Werkverzeichnis handschriftlich, Werkverzeichnis bis Op.37
- Pugh, Johannes: Werkverzeichnis bis Op.76
- Reigersberg, Heinrich v.: Werkverzeichnis
- Wölki, Konrad: Werkverzeichnis
Streiflichter
- In der Muse des Saitenspiels waren 1928 einige Erinnerungen von Franz Wagner
erschienen. Der Wiener Franz Wagner war eine Berühmtheit als Zitherspieler,
außerdem brachte er das Wiener Zither Journal heraus.
In seinen Erinnerungen, die kurz vor seinem Tod erschienen waren, berichtet er
über seine Erlebnisse mit berühmten Persönlichkeiten seiner Zeit.
In einer Episode erzählt er von der Begegung mit Johann Strauß und
wie es kam, dass er zusammen mit seinem Lehrer Anton Joseph Paschinger (1825-1900)
bei der Uraufführung von "Die Nasswalderin" die beiden Zitherstimmen gespielt hatten.
In dieser Begebenheit vereint sich die Welt der Zither-Freunde mit jener der Strauß-Freunde,
was Christian Simonis im
Vorwort seiner
umfassenden Abhandlung über "Die Nasswalderin" verarbeitet hat. Herzlichen Dank an Herrn Simonis
für dieses informative Werk und für die Überlassung der
Partitur zu "Die Nasswalderin"
(2x Violine 1, Violine 2, Viola, Cello, Klavier, Zither 1, Zither 2).
Franz Wagner hatte, trotz seines schillernden Lebenslaufs und seiner großen Bekanntheit, im Alter mit bitterer Armut zu ringen.
Eine umfangreiche Sammlung von Noten und Informationen zu Paschinger finden sich auf zither.us. - Walter Smetak, der Sohn von Anton Smetak, lebte von 1913 bis 1984. Er studierte Musik in Salzburg und Wien und war Cellist.
1937 wanderte er nach Brasilien aus. Mit der Welt der Zither war er über seinen Vater verbunden, welcher
als Nachfolger von Lechleitner den Züricher Zitherverein leitete und als Haustein-Schüler sowohl dessen Kompositionen als auch
die Perfekta-Zither propagierte.
Über Walter Smetak wurde von Marc Herzka ein lesenswerter Artikel verfasst. Weitere Informationen in diesem interessanten Artikel zu Walter Smetak im Internet. - In der Bayerischen Staatsbibliothek wird ein Nachlass Johann Petzmayers verwahrt. Das Repertorium aus dem Jahr 1920 gibt neben dem Lebenslauf mit der Übersicht der enthaltenen Objekte einen Einblick in die besondere gesellschaftliche Stellung, die sich Petzmayer mit seiner Kunst erarbeitet hatte. Diese wird durch die Ernennungsurkunde zum Kammervirtuosen von Maximilian Herzog in Bayern besonders zum Ausdruck gebracht.
Bildergalerie
Personen und Persönlichkeiten der Zithergeschichte.