Musik des Monats


Vorbemerkung

Die unüberschaubare Vielfalt historischer und zeitgenössischer Kompositionen für die Zither bedeutet Fluch und Segen gleichermaßen. Theoretisch lässt es sich aus dem Vollen schöpfen, praktisch gesehen jedoch ist die große Masse der Tonschöpfungen sehr unübersichtlich, hinsichtlich des künstlerischen Gehalts sehr heterogen und natürlich auch nicht immer leicht verfügbar.

Ein- und Überblicke über Teile der vielfältigen Zitherliteratur erlauben die verschiedenen Zusammenstellungen, die sich im Literaturbereich im Bereich der Lexika zusammengestellt finden.

Eine eher persönliche Hinführung soll mit dieser Seite angeboten werden. Hier stelle ich monatlich Stücke vor, welche mir selbst Freude bereiten. Nicht jeder wird diese Auswahl mit den eigenen Vorlieben in Übereinstimmung bringen können, aber als Anregung zur Erkundung des Schaffens der verschiedenen Komponisten für die Zither mag es dienen.


2026

2026/03 - Franz Georg Knotzinger

Franz Georg Knotzinger Autogramm Knotzinger
Autogrammkarte, 1951

Franz Georg Knotzinger (1908 - 1993) lebte in Wien und war dort als Schullehrer tätig. Zu Leben und Werk finden sich viele Informationen in Josef Hartmanns Abhandlung über "Die Zither in Wien" in einem sehr informativen Beitrag über Knotzinger. Hartmann führt an, dass Knotzinger mehr als einhundert Kompositionen für die Zither geschaffen hatte. Dabei präferierte er die Spielform des Zitherquartetts. Einige Kompositionen sind bei verschiedenen Verlagen noch erhältlich.

Als Beispiel für Knotzingers gefällige Tonkunst stelle ich hier das Werk Deingedenken zur Anschauung. Es stammt aus dem Heft "Kleine Vortragsstücke für den Zitherspieler", erschienen im Verlag Richard Grünwald. Es sind in der Tat kleine Stücke, welche leicht zugängig, melodiös und dankbar sind, in einer abwechslungsreichen Auswahl zusammengestellt.


2026/04 - Eduard Hoenes

Eduard Hoenes

Eduard Hoenes wurde am 1.1.1868 in Trier als Kind von Peter Eduard Hoenes geboren. Dieser hatte 1859 in Trier einen Zithermusikverlag gegründet, der sich zu einem sehr erfolgreichen Geschäft entwickeln sollte. Im Jahr 1897 führte er "1300 sorgältig ausgesuchte Werke für Zither" (Echo vom Gebirge 1897, S.35). Eduard Hoenes übernahm 1901 den Verlag vom Vater und zog 1908 nach Pasing bei München. Dort verstarb er am 3.3.1938. Kurz vor seinem Tod wurde in der Zeitschrift "Die Zither" anlässlich seines 70. Geburtstages ein autobiographischer Artikel Rückblick und Ausblick eines 70jährigen abgedruckt. Eine kurze biographische Abhandlung wurde in den "Mitteilungen" im Dezember 1949 abgedruckt.

Ebenfalls kurz vor seinem Tod war 1938 als Musikbeilage seine Komposition Der Stille Garten (Werknummer 59) veröfentlicht worden. Die Musikbeilage wurde von Emil Holz besprochen. Aus dem als jahreszeitlich angelegten Zyklus sind leider nur die hier vorliegenden ersten drei Teile erschienen. Diese passen jedoch gerade sehr gut als Frühlingsgabe auf den Musiziertisch. Die auf den Noten erwähnte zweite Stimme konnte ich leider ebenfalls bislang nirgends aufsfindig machen.

Als Dreingabe gibt es noch das Werk Inniges Gedenken (Werknummer 22), von Hoenes seiner "lieben Braut gewidmet". Die Komposition stammt aus dem Jahr 1899, also noch aus der Zeit der väterlichen Verlagsführung. Es ist ebenfalls einfach gehalten, zart und einfühlsam.